Taschenbuch Sommer Rave Groteske
Im April 2026 habe ich mit Band 15 meiner Reihe Theatertexte wieder eine Schauspielkomödie veröffentlicht, die in meiner Wahlheimat Berlin und an einem traumhaften Südseestrand spielt. Eigene Erfahrungen mit der RAVE Kultur sind darin eingeflossen. Mein bevorzugter Dancefloor, mittwochs im Tresor, existiert jedoch schon seit Jahren nicht mehr.
Die Kommunikation zwischen den Tanzenden empfand ich mit Beginn der Loveparades als spannend neu und anders als zum Beispiel in Diskotheken. Die oft lästigen Rituale zwischen Männern und Frauen fand ich da im exzessiven Tanz aufgelöst, was insgesamt eine entspanntere Atmosphäre erzeugte.
Die RAVE Kultur wirkt auf mich immer auch eskapistisch, man kann sich ein paar Nächte da reinfallen lassen, den Kopf freibekommen und dann wieder nach Hause fahren. Und natürlich gelingt diese Flucht vor der Realität leichter mit den geeigneten Substanzen, was dann wiederum kein Unterschied zu anderen Dance & Music Events bedeutet. Die entsprechende "Begleitkultur" dürfte heute jedoch anders sein als in den 90ern oder 00er Jahren.
In Sommer Rave Groteske stelle ich Generationen einander gegenüber, weil mir ein Verlust an Kommunikation zwischen den jeweiligen "Blasen" auffällt, in die sie sich einschließen lassen.
Vielleicht lernen wir ja wieder, mehr wie ein Fischschwarm zu sein als wie eine Pyramide aus Statussymbolen? Nähern wir uns evtl. dem Eskapismus der Epoche der Romantik an, als ein reicher Fundus für die Groteske?
Auch wenn ich meine Stücke mittlerweile überwiegend "independently" veröffentliche, was mich nicht stört, aber im hierarchischen Kulturbetrieb herabgesetzt wird, könnte es sich für Theater lohnen, sich das Uraufführungsrecht bei mir persönlich zu sichern. Bevor die Mafia sich auch diesen Stücktext einverleibt.
Volker Lüdecke, Berlin

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