Mein Profil bei linkedin

l%C3%BCdecke-a8699a43?trk=profile-badge">Volker Lüdecke

29.4.26

HOW TO DETOX YOUR FACEBOOK ACCOUNT

 

Bevor ich über mein neues Schauspiel Sommer Rave Groteske informiere, hätte ich eine Frage an Mark Zuckerberg, den Großgrundbesitzer des virtuellen Raums.

Ob er schon einen seiner Algorithmen darauf programmieren ließ, ihm eines Tages einen wirklich schlauen Facebook Post zu melden?

Einen wirklich neuen Gedanken, eine bahnbrechende Idee, vielleicht zufällig geäußert, eine überlegene Zukunftsvision oder den epochalen Kommentar zum Zeitgeschehen, jenseits von „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“?

Ein Milliardenmacher wie Zuckerberg versteht sich doch bestimmt darauf, den virtuellen Raum so gründlich wie ein Goldgräber das Claim zu durchsieben, und sei es für winzige 1 Cent Gold Nuggets.

Dieses merkantile Großgenie sollte mindestens ein algorithmisches Mini-Tool in seiner Facebook Maschine verbaut haben, damit Superauge den dicksten Gold Nugget nicht übersieht. Ein kleines geheimes Werkzeug, das ihm aus der gigantischen Masse an Posts von herausragenden Facebook Denkern einen Vordenker herausfiltert.

Gäbe es die nicht nachgeplapperte Idee tatsächlich, also den ultimativen Content, könnte sich Mark Zuckerberg selbst damit schmücken: Er hätte das Kleinod aus dem Haufen gezogen.

Ein Finder wäre er damit allemal, und ein Er ist er wahrscheinlich auch. Ob nun Erfinder oder Er-Sie-Es-Finder, Mark Zuckerberg fände das womöglich total genial. Endlich ein Beweis, dass Facebook keine geistige Sackgasse ist, keine Blinkboje ohne Leuchtmittel, sondern die elitärste Kaderschmiede aller Zeiten!

Bestimmt muss den Meister keiner beraten, er kennt die Zukunft schon. Aber falls er meine Facebook Zurückhaltung zu schätzen weiß, könnte Mark seinerseits mich beraten, wie man seine Internetmaschinen zur kostenlosen Bücherwerbung benutzt. Da geht bestimmt mehr.

Es wäre mir ein Vergnügen, der obrigkeitshörigen deutschen Literatur- und Theaterszene meine neue Komödie Sommer Rave Groteske einzureden, ohne dass sie es überhaupt merken. Mark, sie möchten den neuen Trend selbst entdecken, bitte leite sie subtil!

Vorwärts, und bloß nicht den Regenschirm vergessen, den Tech-Giganten gehört die Kultur!

Bald keine Theaterverlage mehr, die pyramidale Hierarchie des deutschen Kulturbetriebs bricht aus den Fugen. Und der Suhrkamp Sockel? Zeigt er schon einsturzgefährliche Risse?

Wenn ich frech und freiheitsliebend meine vom Zeitgeist unzensierten Bühnenschauspiele präsentiere, Grotesken, Dramen, Komödien, dann habe ich meine Arbeiten kostenlos per „Gewusst wie“ publiziert. Wer die Mechanismen des Kulturbetriebs versteht, sollte Band 15 meiner Reihe THEATERTEXTE lesen.

Wichtige Information: In meinem im April 2026 neu erschienenen Stück Sommer Rave Groteske geht es um etwas anderes.

Wichtiger Hinweis für die Regie: Bitte erst den Stücktext lesen, dann Inszenieren! 

© Copyright 2026, Volker Lüdecke, Berlin

Immer mal nen Podcast hören/schauen! 

22.4.26

Sommer Rave Groteske - Band 15 THEATERTEXTE

                                                Taschenbuch Sommer Rave Groteske

Im April 2026 habe ich mit Band 15 meiner Reihe Theatertexte wieder eine Schauspielkomödie veröffentlicht, die in meiner Wahlheimat Berlin und an einem traumhaften Südseestrand spielt. Eigene Erfahrungen mit der RAVE Kultur sind darin eingeflossen. Mein bevorzugter Dancefloor, mittwochs im Tresor, existiert jedoch schon seit Jahren nicht mehr.

Die Kommunikation zwischen den Tanzenden empfand ich mit Beginn der Loveparades als spannend neu und anders als zum Beispiel in Diskotheken. Die oft lästigen Rituale zwischen Männern und Frauen fand ich da im exzessiven Tanz aufgelöst, was insgesamt eine entspanntere Atmosphäre erzeugte.

Die RAVE Kultur wirkt auf mich immer auch eskapistisch, man kann sich ein paar Nächte da reinfallen lassen, den Kopf freibekommen und dann wieder nach Hause fahren. Und natürlich gelingt diese Flucht vor der Realität leichter mit den geeigneten Substanzen, was dann wiederum kein Unterschied zu anderen Dance & Music Events bedeutet. Die entsprechende "Begleitkultur" dürfte heute jedoch anders sein als in den 90ern oder 00er Jahren.

In Sommer Rave Groteske stelle ich Generationen einander gegenüber, weil mir ein Verlust an Kommunikation zwischen den jeweiligen "Blasen" auffällt, in die sie sich einschließen lassen. 

Vielleicht lernen wir ja wieder, mehr wie ein Fischschwarm zu sein als wie eine Pyramide aus Statussymbolen? Nähern wir uns evtl. dem Eskapismus der Epoche der Romantik an, als ein reicher Fundus für die Groteske?

Auch wenn ich meine Stücke mittlerweile überwiegend "independently" veröffentliche, was mich nicht stört, aber im hierarchischen Kulturbetrieb herabgesetzt wird, könnte es sich für Theater lohnen, sich das Uraufführungsrecht bei mir persönlich zu sichern. Bevor die Mafia sich auch diesen Stücktext einverleibt.

Volker Lüdecke, Berlin 

 

 

13.1.26

Meine Kooperation mit dem Renidere Verlag

Der Renidere Verlag geht neue Wege, was ich als Theaterautor und selbstpublizierender Prosaautor sehr begrüße.

Was in der Musikbranche längst selbstverständlich ist, wo es auf die Musik ankommt und weniger darauf, in welchem Rahmen sie vermarktet wird, wurde bislang von deutschen Verlegern herablassend beurteilt: Man möchte den alten Esel reiten, auf dem man es sich recht bequem eingerichtet hat, aber das Sterben kleiner Verlage ist auch ein Zeichen dafür, dass man die Umbrüche der Zeit verpennt.

Was macht dagegen der kleine Renidere Verlag? 

Bei Linkedin fand ich sein Angebot, miteinander zu kooperieren, anstatt sich arrogant voneinander abzugrenzen. Eine win/win Situation für beide Seiten, die so funktioniert: Der Renidere Verlag bietet meine beiden independent publizierten Kommissar Katzorke Krimis in seinem Webshop mit an, und ich revanchiere mich dafür, indem ich den Renidere Verlag auf meinen Seiten mit bewerbe.

Ich habe hier das Angebot des Renidere Verlags bei Linkedin für euch kopiert, damit ihr euch selbst euer eigenes Bild machen könnt. In meinen Augen ist das fair: 

Du liebst Bücher, teilst deine Leidenschaft regelmäßig auf Instagram oder deinem Blog – und möchtest dein eigenes Werk oder dein Herzensbuch einer größeren Community vorstellen? Gemeinsam mehr Leser erreichen!

Aufgaben

📍 Ort: Online 
🕒 Zeitraum: Ab sofort / flexibel 
💼 Art der Tätigkeit: Kooperation / Content-Collab 
💰 Vergütung: Kooperation auf Gegenseitigkeit (Cross-Promo & Shop-Präsenz)

Qualifikation

Dein Profil:

• Du bist leidenschaftliche:r Buchblogger:in oder Autor:in

• Du hast eine aktive Community auf Instagram oder einem Buchblog

• Du möchtest dein Buch (oder ein Lieblingsbuch) sichtbar machen

• Du bist offen für eine kreative Zusammenarbeit

Was wir bieten:

• Vorstellung deines Buches auf unserem Verlagsprofil (Instagram & ggf. Webseite, Soziale Medien)

• Aufnahme deines Titels in unseren Webshop

• Cross-Promotion mit Sichtbarkeit für dich & dein Werk

• Keine Verpflichtung zu regelmäßigem Content – flexible Kooperation

Wie läuft’s ab?


    Du postest über dein Buch und verlinkst uns

    Wir teilen dein Werk auf unseren Kanälen

    Dein Buch landet bei Interesse in unserem Webshop


📩 Bewirb dich oder stelle dein Projekt kurz per E-Mail vor.

📱 Oder per DM auf Instagram: @renidere.verlag

Wir freuen uns auf authentische Buchmenschen mit Herzblut. Lass uns gemeinsam Literatur sichtbar machen! ✨📚

Benefits

Wir bieten dir eine Zusammenarbeit mit einem jungen, dynamischen und leicht verrückten Team.

Meine Meinung dazu?

In schwierigen Zeiten sollten die Kleinen gegen die Großen zusammenhalten!

Wie sangen doch einst die Scherben?



 

2.11.25

Premiere am 3.11.2025

 

PREMIERE: Folge 2 des Podcasts der Verdi-Autoren-Gruppe des VS-Berlin

Wann? 

Am Montag, den 3.11.2025 um 19 Uhr:

NOCH NIE GEHÖRTES - Folge 2 

 

14.10.25

NOCH NIE GEHÖRTES im "Ohrensessel"

 

Im Ohrensessel NOCH NIE GEHÖRTES soll nun an jedem 1. Montag im Monat um 19 Uhr eine neue Folge veröffentlicht werden, produziert von Autoren und Autorinnen, die im VS-Berlin bei ver.di organisiert sind.

Das Vorhaben der Podcast Gruppe, deren aktuelle Mitglieder Christine Kahlau, Reinhild Paarmann, Gisela Witte, Volker Lüdecke und Heinrich von der Haar sind, fußt auf zahlreichen Diskussionen, Fortbildungen und Erörterungen, sowie wechselnder Besetzung u.a. mit den ehemaligen Mitgliedern Marin Turina und Waltraud Schade, der Initiatorin des Projekts.

Es ist eben nicht so einfach, sich auf Themen und eine Form zu einigen, aber es hat öfter auch viel Spaß gebracht, miteinander zu agieren und nicht wie sonst üblich, als Autoren und Autorinnen allein am Laptop zu schreiben.

Am 1. Montag im Oktober 2025 erschien nun die erste Folge, eigenständig mit Bordmitteln hergestellt, was bedeutete, dass es kein Budget für die Produktion gab.

Verständlicherweise können wir daher aus technischer Sicht nicht mit Tonstudios mithalten, müssen uns für unser Ergebnis aber dennoch nicht entschuldigen, weil unsere Inhalte im Vordergrund stehen und vielmehr aufregen können als mancher geschliffene Podcast aus Studioproduktion.

Wenn kein Geld da ist, darum geht es auch in unseren ersten beiden Folgen: Die für die Kultur Berlins ruinöse Sparpolitik des Senats, die am internationalen Renommee Berlins knausert und damit einen Schaden anrichtet, der um ein Vielfaches höher ausfallen dürfte als die im Haushalt eingesparten Millionen kurzfristig einbringen.

Der Berliner Politik fehlt es schon lange an Visionen, die Liste der verpassten Chancen ist lang. Die Kurzsichtigkeit der Berliner Politik im Kulturbereich weist aber auch auf ein grundsätzliches Missverständnis zwischen Gesellschaft und Kulturarbeit hin: man begreift nicht, welche positiven Effekte durch eine lebendige Stadtkultur entstehen, und welche Verluste, wenn es sie nicht mehr gibt. Als Nebeneffekt beispielsweise im Tourismus, wenn eine Stadt ihren spezifischen Charakter, ihre Einzigartigkeit verliert, zieht es viele woanders hin.

Eine in Jahrzehnten aus sich selbst heraus gewachsene kulturelle Vielfalt prägt das Einzigartige einer Stadt, nicht allein die herausragenden Kulturtempel, die womöglich Produktionen bieten, die man auch in Hamburg, München oder Zürich anschauen kann. 

Das zeitlose Kulturerbe z.B. in den Museen wird niemals ersetzen können, was vor allem junge Menschen anzieht und begeistert. Streetart und Clubkultur haben womöglich größere Verdienste als manche Berliner Oper. 

Wir wollen einen kritischen Blick darauf werfen, aber keinesfalls gegeneinander ausspielen und aufrechnen, weil wir solidarisch denken und gemeinsam für eine tolerante, friedliche und vielfältige Stadt handeln!

Dieser Artikel stellt vor allem meine persönliche Meinung dar, wie immer hier, kein Theater ohne den Theater im Internet Blog. 

Meinen von mir verfassten und gelesenen Beitrag "Auf Probe" (das Telefonat), findet ihr am Ende der 1. Folge.

Volker Lüdecke

 

 

6.6.25

Teflon, die Spree und der Hirschgarten

Wenn ein amerikanischer Hersteller von Bratpfannen in Brandenburg eine Bratpfannenfabrik eröffnet, muss er damit rechnen, dass ein Platzhirsch aus Brandenburg den heimischen Garten verteidigt. Im Gasthaus „Zum Hirschen“, am Stammtisch, oder am Stammtisch der Theaterkantine. Sich selbst auf´s Maul geschaut, zeigt sich Theater auf einmal „volksnah“ und nutzt die Klinge des „Überschreibens“, sein schärfstes Schwert gegenüber dem Original.

Der Originaltext sei tot, es lebe die „Überschreibung“?

Hirsche haben bekanntlich verschieden große Geweihe, auch soll es Unterschiede in der Größe zwischen amerikanischen Hirschen und einheimischen Platzhirschen geben, doch nach marxistischem Verständnis sind beide gleich: Sie verfügen über die Produktionsmittel, um Bratpfannen und Theaterstücke zu produzieren.

Doch wer hat die Bratpfanne erfunden, wer den Garten gemacht? Sie nicht, nicht ihr Geist. Sie gleichen einander im „Überschreiben“, mal Bratpfanne breit, mal Bratpfanne mit Flügeln, mal Obstgarten im Havelland, mal Gärten aus künstlicher Intelligenz.

Was unterscheidet vom amerikanischen Trend? Fremde dämonisieren, Migration verteufeln?

Während gutmütige Brandenburger neugierig hinter ihren Gartenzäunen staunen, wie gleichförmig die Wasser der Spree von der Oberlausitz hinunter zur Havel fließen, ist es im Theater um ihre Gärten geschehen: Giftige Atompilze sprießen zur Apokalypse empor. Im Staatstheater Cottbus enden Fritz Gärten, auch Sanssoucis bleibt nicht verschont.

Vielleicht ließen sich Gartenphilosophie und Bratpfannen Apokalypse auf einer metaphorischen Ebene miteinander verkleben, aber wenn´s partout nicht zusammenhält, taucht aus dem Backstage Kosmos eine Kamera auf, den inhaltlichen Bruch ästhetisch zu bebildern.

Auf der Bühne ist die Dystopie ein Stilmittel zur mahnenden Voraussicht. Mit gespielten Bunker „Livebildern“ wird sie eher zum erzählerischen Notstand der darstellenden Künste.

Ums Publikum wachzuküssen, müsste das Ensemble es schaffen, verdrängte Urängste zu erschließen. Solche irrationalen Kräfte wie Schaudern, Beten, Aggressionen oder Fluchtreflexe, jene Gründe, die in uns verschüttet liegen. Sie sind essentiell für eine Bühnenkunst, die in Deutschland verlustig gegangen wurde. Der Mensch an sich, zu Recht Gegenstand der dramatischen Künste, wurde hierzulande beispiellos überwunden.

Unserer verletzlichen Zivilisation gegenüber steht eine global entfesselte Megamaschine, deren Rädchen wir gleichzeitig sind. Theater hätte das Potential, unsere Ängste vor diesem Mahlwerk ans Licht zu bringen, als Voraussetzung dafür, die eigene Haltung zu bestimmen. Zum Schauspieltheater gehören Subtexte, die den Geist des Gesprochenen definieren. Wenn die Regie sie nicht lesen kann, wird auch kein Zuschauer sie hören und als von den Figuren erspielt erkennen können.

In meiner Mephisto-Trilogie, deren Parallelen zu manch Aufgeführtem dem geneigten Leser leicht auffallen werden, kann der Betrachter in logischen Handlungsstufen die dramatische Entwicklung aktiv miterleben. Aufgrund dieser Struktur kann er selbst frei assoziiere, ohne „overloaded“ ins theatrale Chaos zu stürzen.

Ob die Ästhetik einer zukünftigen Inszenierung meiner Mephisto-Trilogie dann comichaft, trashig oder noir ausfiele, spielt in dieser Dramaturgie nicht die entscheidende Rolle.

Als Theaterautor möchte ich gern einmal die Inszenierung einer "Überschreibung" überschreiben. Von welcher Regie, wähle ich noch aus.

Mephisto-Trilogie: Teil I Mephisto und die weise Frau (Verlag razzoPENuto, Berlin), Teil II Kaventsmann und die Faust im Kopf, Teil III Being Mensch

Postblitz: Bildungsbürger dürfen ihren Goethe zücken und sich mit dem Faust Mephisto schmücken, denn das Dämonische schlummert in ihnen, oder nirgends.

Copyright 2025, Volker Lüdecke, Berlin


 

3.6.25

Blatten ist Morignone

 


Der Bergsturz von Blatten ist nicht die einzige Katastrophe dieser Art, wenngleich die Bergsturz Katastrophe, die den Ort Morignone unter sich begrub, viel mehr Opfer forderte.

Mein Drehbuch dazu liegt schon seit Jahren vor. Vielleicht begreift nun ein Filmproduzent, welche Folgen der auftauende Permafrost im Hochgebirge zeitigt, und dass dieser Stoff mit den Mitteln der kritischen Unterhaltung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Wer Drehbücher nicht so gern liest, darf sich gern meine Bühnenfassung oder meine Romanfassung Morignone zur Lektüre vornehmen. Die Filmrechte sind beim Drei Masken Verlag in München erhältlich.

Angesichts der nun in der Schweiz in Blatten sichtbar gewordenen katastrophalen Ereignisse, weigern sich einige immer noch, die wissentschaftlich belegbaren Ursachen zu benennen. Vielleicht liegen ja Verdrängung und Ignoranz heute generell stärker im Trend als noch vor ein paar Jahren. Es wäre an der Zeit, sich endlich zu entblöden!

Meine Hauptfiguren betreten das Terrain als junge, angehende Wissenschaftler, die versuchen, aus den Spuren der vergangenen Katastrophe Schlüsse für ihre Zukunft zu ziehen. eine der beiden Hauptfiguren wird selbst durch einen beinahe tödlichen Sturz in die Vergangenheit zurückversetzt, wo für sie das Leben im Dorf Morignone auf fantastische Weise aufersteht. Doch mit dem Wissen von der herannahenden Katastrophe verliert die imaginierte Idylle ihre Unschuld, die Protagonistin kann die bedrohlichen Vorzeichen nicht ignorieren, denn sie weiß ja bereits, das die Auslöschung von Morignone kurz bevorsteht.

Man hätte damals hinschauen können und sollte es heute umso mehr!

Unsere Ohnmacht speist sich aus dem ungeheuer Gewaltigen. Diese Bedrohung wirkt so lähmend auf uns ein, dass ein Lebensgefühl wie in den Zeiten des Kalten Kriegs vorherrscht. Damals wäre die Atomschlacht fast ausgelöst worden, hätte nicht ein Mensch seinen Verstand über die Befehlskette gestellt. Wäre es damals nicht aufgehalten worden, gäbe es uns heute nicht mehr. Dieser eine Mensch kann heute jeder sein.

Volker Lüdecke, Berlin

8.5.25

KULTURSTREIK IN BERLIN


Der Rücktritt des Berliner Kultursenators Joe Cialo brachte die desaströse Kulturpolitik des Berliner Senats kurzfristig zurück in die News.

Angesichts der Einsparungen von 130 Millionen Euro im Kulturetat 2025 ist sein Rücktritt immerhin eine konsequente Entscheidung, die Respekt verdient.

Die aber insgesamt träge Aufmerksamkeit auf dieses Thema offenbart die grundlegenden Fehler auf Seiten der politisch Verantwortlichen und auf Seiten der Berliner Kulturszene.

Wer für seine Arbeit keine Rechnungen stellt, wird für seine Arbeit auch nicht bezahlt.

So einfach ist das und diese Binse trifft den Kern des Missverständnisses, was Kulturarbeit tatsächlich leistet.

Das scheinbar Selbstverständliche, das immer irgendwie da ist, wird nicht als Leistung, sondern als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Darin unterscheidet sich die Kultur nicht von der äußeren Sicherheit, die auf einmal mehr Geld kostet, seit sie fehlt, weil Russland die Ukraine überfallen hat.

Fehlte von heute auf morgen die gesamte Berliner Kultur, würde allen Bürgern und Bürgerinnen der Hauptstadt deutlich vor Augen geführt, welchen Wirtschaftseffekt wir durch unsere kreative Arbeit erzielen. Und dass es absolut gerechtfertigt ist, unsere Leistungen in Rechnung zu stellen.

Dafür benötigen wir einen unbefristeten Kulturstreik in Berlin!

Allein ein umfassender Streik, der alle Sparten der Berliner Kultur einschließt, sämtliche Theater, Museen, Opern, Philharmonie, Tanzensembles, Bibliotheken, Galerien, Konzerthallen, Kinos, Festivals, Musikclubs, Performancekünstler, Lichtgestalter, DJs und DJanes, Bands, Autoren und Autorinnen, Maler und Malerinnen, Filmproduzenten und Filmproduzentinnen, Architekten und Architektinnen, Bildhauer und Bildhauerinnen und die vielen anderen Kreativen, die das Image Berlins prägen, die mit ihren Werken die Stadt Berlin über Jahrzehnte zu einem der beliebtesten Reiseziele weltweit gemacht haben, könnte die Öffentlichkeit aufklären. Babelsberg sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich mit eingeschlossen.

Wir alle zusammen haben erreicht, dass Berlin auch von zahlreichen Fachkräften als attraktiver, multikultureller Standort für den eigenen Arbeitsplatz wahrgenommen wird. Berlin gilt als lebendige Stadt, in der sich rund um die Uhr Kultur erleben lässt.

Wir haben erreicht, dass die Kassen der Hotels, der Bars, der Restaurants, der Deutschen Bahn, der Fluggesellschaften, des BER, des Nahverkehrs BVG, der Busunternehmen, der Shopping Malls, Diskotheken und Andenkenläden, der Späties und Tankstellen, der Bordelle und Massagesalons und der Dealer und sonstiger Händler gefüllt werden, und damit viele Berliner und Berlinerinnen in Lohn und Brot stehen.

Nur durch einen Kulturstreik werden diese Unternehmen erkennen, welche Bedeutung wir für ihr Business haben. Ohne einen Streik werden wir auch in Zukunft als Gratisdienstleister und Gratiswerbetreibende missbraucht werden.

Vom ersten Streiktag an werden ihre Bilanzen brutale Verluste zu verzeichnen haben, aber erst dann werden sie dazu bereit sein, mit uns zusammen auf die Straße zu gehen.

Diese neue Sicht auf die vorherrschende Struktur der Kulturförderung in Berlin werden bestimmt nicht von denen geteilt, die über die Vergabe der Fördermittel entscheiden. Weder die zuvorderst Begünstigten noch die politisch Verantwortlichen werden diesen Streik unterstützen. Sobald ihre Kultureinrichtungen halbwegs gesichert sind, werden sie sich nicht mehr mit den unabhängigen Kulturschaffenden solidarisieren, die ihre Leistungen für die Stadt Berlin genauso berechtigt in Rechnung stellen können.

Die Höhe ihrer Subventionen könnten ja andere Kulturschaffende dazu ermuntern, vergleichbare Beträge zu fordern. Aber ohne ein bisschen Widerstand gegen die Sparmaßnahmen kommen sie auch nicht aus. Ein paar nette, spaßige Aktionen dürfen schon sein. Dafür finden sich Clowns, die den Protest wie ein „Umsonst und Draußen“ Festival aussehen lassen. Das ist "einvernehmlicher Widerstand" und so wirkungsvoll wie Mottoficken a la "Make Love not War".

Nach dem Rücktritt von Joe Cialo hat die designierte Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson sich bereits beliebt gemacht, um das Problem der Finanzierung der Berliner Kultur möglichst geräuschlos über die Bühne zu schieben.

Scheinbar stellt sie sich auf die Seite der Kulturschaffenden, indem sie rhetorisch geschickt weitere Kürzungen für die kommenden Jahre ablehnt. Die 130 Millionen Kürzungen sind mit ihrem visionär-hypothetischen „Blick in die Zukunft“ kein Thema mehr, und sie positioniert sich einvernehmlich.

Bravo, ein rhetorisches Meisterstück der Politik!

Die tatsächliche Lage der Mehrheit der Berliner Kulturschaffenden gerät im Schatten solcher Manöver aus dem Blickfeld. Die bislang gering, oder gar nicht geförderten Sparten der Hauptstadtkultur spielen keine Rolle in dieser Vision von der Zukunft Berlins. Dabei schrumpfte gerade in den letzten Jahren die freie und unabhängige Kulturszene in Berlin, nicht zuletzt aufgrund von gestiegenen Mieten und Lebenshaltungskosten. Berühmte Kultureinrichtungen wie das „Mensch Meier“ und viele andere Clubs und Spielstätten mussten schließen.

Um den tatsächlichen Schaden für Berlin realistisch zu beziffern, müssen die Beträge sämtlicher Rechnungen addiert werden.

Vergleicht man einmal den weltweiten Ruf des Kulturtempels Berghain mit dem internationalen Image des Kulturtempels Friedrichstadtpalast, brauchen sich beide nicht voreinander zu verstecken. Ähnlich ließen sich viele ähnliche Vergleiche ziehen. Eine Neubewertung der unabhängigen Berliner Kultureinrichtungen ist dringend erforderlich.

Natürlich kann sich das Berghain seine DJs leichter leisten als der Friedrichstadtpalast sein Ensemble und seine Bühnengewerke. Es ist unbestritten, dass die Ensembles und Orchester Berlins einen ungeheuren Aufwand betreiben müssen, um im internationalen Vergleich zu bestehen. Auch für sie darf es keine Einsparungen geben, denn keine Sparte der Kultur darf gegen eine andere ausgespielt werden.

Die Bedarfe müssen vollumfänglich erfasst und endlich fair beglichen werden. Dafür müssen zum Ende des Streiks neutrale Schlichter und Schlichterinnen die für Berlin zukunftsweisende Debatte führen. Für alle, die ihre Kulturarbeit über Jahre bewiesen haben, müssen angemessene und faire Lohnangebote entstehen.

Es geht darum, wie Berlin in zehn Jahren aussehen soll: Eine gesichtslose Touristenboutique oder eine lebendige Kulturstadt mit eigenem Pulsschlag?

Der sogenannten Geberseite muss endlich klarwerden, dass sie defacto eine harsch ausbeutende Nehmerseite ist. Und der sogenannten Nehmerseite muss endlich bewusst werden, dass sie mächtiger ist als sie scheint.

Berlin ist für Kulturschaffende keine billige Spielwiese mehr, sondern ein teures Pflaster. Auch diese Entwicklung muss berücksichtigt werden. Flächen und Liegenschaften müssen für Festivals, Probenräume und Ateliers bereitgestellt werden!

Die bisherigen Strukturen der Berliner Kulturförderung sind veraltet und weder fair noch gerecht. Wer ohne eigene Dynastie oder Lobbyisten dasteht, liest bei Antragstellung für Projektgelder die bekannten Sätze des Kultursenats: „Förderung nach Haushaltslage“.

Welch Aufschrei würde erfolgen, würde bspw. Siemens seinen Angestellten „Bezahlung nach Auftragslage“ anbieten?

Ein unbefristeter Kulturstreik kann erreichen, dass Reisen nach Berlin kurzfristig unattraktiv werden: Tickets gelten nicht mehr, Konzerthallen bleiben geschlossen, Philharmonie, Literaturhäuser, Kinos, Buchläden, Theater, Tanzensembles und Opern sind dicht und die DJs legen in den Clubs nicht mehr auf. Bibliotheken, Ton- und Filmstudios arbeiten nicht, keine Festivals, Dreharbeiten werden verschoben, Museen und Galerien bieten zur Besichtigung verschlossene Pforten, Straßenmusiker bleiben stumm.

Die Hauptstadt wie in den Zeiten der Pandemie, das würde weltweit Aufmerksamkeit erregen!

Ein Denkzettel, der eine lange Liste zur Begründung hat, denn dieser Kulturstreik kämpfte damit weltweit für eine faire Anerkennung von Kulturarbeit. Für den Wandel im öffentlichen Bewusstsein dahin, endlich zu begreifen, was Kunst und Kultur für die Metropolen leisten.

Dass wir nicht um Almosen betteln, sondern lediglich unseren Arbeitslohn einfordern!

Wer diesen Bewusstseinswandel blockiert, muss sich eines Tages die Frage gefallen lassen, warum Kulturbegeisterte in der ganzen Welt Berlin meiden. Diejenigen müssen erklären, warum über Jahrzehnte gewachsene Fähigkeiten und Talente verdrängt wurden und durch Gastspielbühnen und Touristennepp nicht ersetzt werden konnten.

Ein unbefristeter Kulturstreik wäre auch eine Chance, die verkrustete Fragmentierung des Berliner Kulturlebens mit seinen Ost-West Rivalitäten, überkommenen Erbhöfen und hermetischen Kultursektoren aufzusprengen.

In den 80er und 90er Jahren waren die Kultureinrichtungen noch durchlässig, heute erscheinen viele hermetisch abgeschottet wie eine Sekte.

Offenheit und Durchlässigkeit sind aber Voraussetzung für eine Berliner Kultur, die sich im internationalen Vergleich durch unverwechselbare Originalität auszeichnet. Nachahmen und Importieren können viele, aber Originelles entsteht nur im Zusammenspiel zwischen innovativer Subkultur und lokaler Präsentation.

Berlin braucht für seine Zukunft eine Kulturgewerkschaft, die den Nutznießern der Kulturarbeit eine gerechte Kultursteuer abtrotzt. Deren Erträge mögen dann in Zukunft fair verteilt werden!

Volker Lüdecke